2011-02-19

SteelSeriesFactory

"Das müssen wir haben!" (klick hier) raunte mein Chef, während er die Kristalle meines Monitors zu schillernden Regenbogen zusammendrückt. Es fallen Begriffe wie Dashboards, Tachometer, Anzeigen, tolle Grafik - und das würde ideal zu unserem bisherigen Produkt passen.

Bevor der Leser jetzt genauso verwirrt ist, wie ich es war, bringe ich schnelle Aufklärung. Unser Produkt (www.visualcockpit.de) ist eine grafische Controlling-/Analyselösung. Interaktiv verknüpfte, proprietäre Grafiken ermöglichen herzerfrischende Zaubereien für jeden Analysten. Was fehlt sind jedoch ein paar hübsch aussehende, einfach zu verstehende Anzeigen, welche man auch einem flinken Entscheider zeigen kann, ohne das Gesamtbild (nennen wir es Dashboard) erst interpretieren zu müssen.

Hier kommt die tolle Grafikbibliothek SteelSeries von Gerrit Grunwald ins Spiel, von welcher mein Chef gehört/gelesen hat (wir erinnern uns an den Link ganz am Anfang des Posts). Als Programmierer, welcher endlich wieder programmieren darf, habe ich mich natürlich gleich in das Abenteuer gestürzt und versucht, die Anzeigen aus der Bibliothek zu adaptieren. Mittlerweile gibt es die SteelSeries in einer stabilen und aufgeräumten Version 3. Zu meinen Anfängen war das Projekt selber noch ein Dachboden voller toller Ideen, aus welchem man jedoch erst einige Bugs vertreiben und Redundanzen entsorgen musste. Um vor den damaligen häufigen Strukturänderungen gefeit zu sein und auch weil viele Funktionalitäten toller Grafiken keine gemeinsame Oberklasse oder Interfaces besaßen, habe ich zunächst aus der Not heraus und um mir meine Arbeit auf Arbeit zu erleichtern, eine Hilfsbibliothek zusammengebaut. Ziel sollte es sein, alle möglichen Einstellungen aller Grafiken zu vereinen und aus einem Einstellungspool heraus jede beliebige Anzeige kreieren zu können.

Was als klein Hilfsbibliothek begonnen hat, wurde zu einem recht zeitaufwendigen Freizeitprojekt. Es besteht zwar nur aus ein paar wenigen Klassen mit nicht all zuviel Code, jedoch haben sich meine Ideen überschlagen und der Wunsch nach absoluter Dynamik der möglichen Einstellungen der Hilfsbibliothek gegenüber den tatsächlichen Einstellungen der SteelSeries-Bibliothek hat mich gefesselt. Nachdem ich nämlich den Quelltext der SteelSeries-Bibliothek auf alle möglichen öffentlichen Attribute hin untersucht hatte, verging mir schnell die Lust, all diese in einer Klasse oder einem Interface zusammenzufassen. Zumale kamen ständig neue hinzu.

Entstanden ist die SteelSeriesFactory, nicht mehr eine Hilfsbibliothek sondern eine sinnvolle Ergänzung, ein Tool zum einfachen Erstellen und Handhaben der Anzeigen des SteelSeries-Projekte. Geben wir ein paar Fakten zum Projekt an:
  • abhängig von der SteelSeries-Bibliothek
  • die Einstellung aller Anzeigen kann zentral über eine oder mehrere selbst definierte Klassen verwaltet werden
  • diese eigenen Klassen sind ein Model, in welchem man losgelöst von den Grafiken selbst das Persistieren der Attribute implementieren kann
  • aus dem Model heraus können unterschiedliche Anzeigen heraus erstellt werden
  • das Model muss dazu auch nur eine Teilmenge aller möglichen Einstellungen beinhalten. Fehlen Einstellungen, werden diese auch nicht die entsprechenden Attribute der Anzeige beeinflussen. Gibt es mehr Einstellungen als eine Anzeige unterstützt (nicht jede Anzeige unterstützt ja alle Attribute einer Anderen anzeige) haben entsprechenden Attribute auch keinen Einfluss auf die Anzeige
  • zur einfachen Handhabung gibt es eine 'Universal-Anzeige'. Dieses GaugePanel kann die Einstellungen aller Einzel-Anzeigen haben und sich zu jeder Zeit in jede beliebige Einzel-Anzeige verwandeln lassen.


class DashboardPanel extends JPanel{

// unsere 'Universalanzeige' und deren Model
MyOwnModelClass myModel;
GaugePanel dashboardGauge;
...

public DashboardPanel(){
myModel = MyOwnModelClass();
dasbhboardGauge = new GaugePanel(GaugeType.RADIAL, myModel);
add(dashboardGauge);
}

public void setNewDashboardStyle(GaugeStyle style){
// Änderungen an dem GaugePanel werden sofort übernommen
dashboardGauge.setStyle(style);
/* Das ändern des Anzeigen-Stils ist
weitestgehend die einzige Änderung
an der Anzeige selber. Der Rest wird
über das Model gehandhabt. */
}

public void applyChangesFromModelToGauge(){
// Änderungen am Model werden erst nach einem Refresh übernommen
dashboardGauge.refresh();
}

public void setGaugeTitle(String title){
// Beispiel einer Änderung am Model
myModel.setTitle(title);
}

/* schon haben wir eine Anzeige mit
veränderbaren Style, Titel und allen
Attributen welche (z.B. von Außen)
noch an unserem Model geändert
werden können. */
}


Links:

2011-02-03

Livescribe für Designer und Mockings

Mit einem Livescribe Smartpen von 1edu.de kann man sehr viel mehr, als nur schreiben und Pencasts (Kombination aus Audio und Mitschriften) erstellen. Letzeres ist die eigentliche Intention eines Smartpens. Man sitzt im Meeting, in der Vorlesung oder am heimischen Schreibtisch und schreibt mit dem Smartpen wie mit einem normalen Kugelschreiber. Zusätzlich zum Schriftbild zeichnet dieser Audiodaten auf, welche interaktiv mit dem Schriftbild verknüpft werden.

Doch stecken noch so einige Überaschungen in dem Livescribe Smartpen. Alle Aufzeichnungen lassen sich mittels der hauseigenen Software LivescribeDesktop als PDF exportieren. Mit viel Sinn verstehen es die Entwickler von Livescribe das Potential durchweg umzusetzen. So sind alle Schriftbild-Informationen als Vektor-Informationen im PDF vorhanden. Diese lassen sich als Graphiker, Designer oder einfach nur als ambitionierter Smartpen-Nutzer in einem Vektorgrafikprogramm wie Inkscape weiterverarbeiten. Ohne Probleme und mit minimalen Einstellungen lässt sich das PDF in Inkscape öffnen.



Achtung: Einen Warnhinweis muss ich vor dem Weiterlesen des Artikels jedoch einläuten. Ich gehöre zur letzten Gruppe, den ambitionierten Smartpen-Nutzern. Inhalt des Artikels ist also nicht ein maßgebendes Design-Ergebnis, sondern Exempel der Möglichkeiten.

Fein säuberlich sind alle Objekte zunächst Gruppiert. Im ersten Schritt könnten wir also die erste Ebene der Gruppierung aufheben und mit einem Tastendruck auf 'Entf' das Hintergrundraster entfernen.

Mit einer weiter Auflösung der Gruppierung haben wir dann Zugriff auf die einzelnen Vektorelemente unserer Zeichnungen. Im ersten Versuch habe ich hier ein kleines Mockup einer fiktiven Weboberfläche in Angrif genommen. Schnell einmal die Überschrift ausgewählt, die Linienstärke erhöht und skaliert. Kein Problem!

Der Freiheit bei der Weiterverarbeitung der ursprünglich auf Papier gezeichneten Objekte sind keine Grenzen gesetzt. Hier mein Ergebnis nach wenigen Minuten...


... gegenüber dem Original:

Ich möchte hiermit nur einen Anstoß zu weiterer Kreativität geben. Dieses Thema hat mich selber überrascht und so gepackt, dass ich es niemandem vorenthalten wollte. Noch kein Livescribe-Besitzer? Dann schnell auf 1edu.de/livescribe und einsteigen in die Möglichkeiten von Smartpens.

2011-02-02

Livescribe Echo vs. Smartpen - ein erster Vergleich

Sollten Sie nicht wissen, was ein Smartpen oder wer, wie oder was Livescribe bzw. 1edu.de ist, dann empfehle ich zunächst diesen Beitrag hier.

Sind sie jedoch schon stolzer Besitzer des Pulse oder stehen zwischen der Kaufentscheidung zwischen den beiden Livescribe-Modellen dürfte Sie ein erster Ausblick auf die Unterschiede zwischen den beiden Smartpens interessieren. Eines vorweg: Es gibt, abgesehen von den unterschiedlichen Speicherausstattungen, keine internen Leistungsunterschiede. Was jedoch nicht heißt, dass beide Pens technisch komplett identisch sind. Die Kerntechnik ist jedoch die gleiche. Dennoch gibt es gute Gründe, sich vielleicht für den Nachfolger zu entscheiden.

Fangen wir bei der Ausstattung an, welche doch der erste spürbare Unterschied ist. Gab es zum Pulse noch eine USB-Dockingstation, 3D-Kopfhörer und ein Etui dazu, begnügt sich der technische Inhalt des Echo auf ein Micro-USB-Kabel sowie eine Abdeckung für die Stiftspitze. Das Fehlen eines Etuis ist ein echter Makel. Kümmert man sich nicht selber um ein Etui (welches von Livescribe auch separat angeboten wird), leidet schnell der schöne Klavierlack des Echo. Die 3D-Kopfhörer würde ich nicht wirklich im Standardpaket vermissen. Zumeist reicht die Qualität des internen Mikros aus und ein Nachkauf ist möglich. Und die fehlende Docking-Station? Viel zu groß und eine proprietäre Schnittstelle! Das Standard-Micro-USB Kabel ist hier ein echter Vorteil. Es ist klein, auch für andere Geräte nutzbar und lässt sich überall günstig nachkaufen.


Auch technisch gesehen bietet der USB-Anschluss nur Vorteile. War der Akku des Pulse erschöpft, war man gezwungen ihn zum Laden auf der Docking-Station abzulegen. Beim Echo stöpselt man das Kabel an und kann während des Ladevorganges einfach weiterschreiben. Diverse Applikationen machen sich dies zudem zunutze, um Daten während des Schreibens an den PC zu senden und auszuwerten. Die App 'PaperTablet' lässt den Stift dann als Grafiktablett funktionieren, mit welchem man am PC dann zum Beispiel interaktiv PDF-Dateien beschriften kann.


Auch die Buchse für das Mikrofon ist nun kein proprietärer Anschluss mehr, sondern Standard 3,5mm Klinke. Damit lässt sich jedes herkömmliche Mikrofon an dem Echo anschließen.


Eine weitere technische Finesse des Echo ist die 'LaunchLine'. Dies ist eine Befehlszeile am unteren Rand einer jeden Blockseite, in welcher man Kommandos schreiben kann. Somit kann man einfach den Namen einer App niederschreiben und durch integrierte Handschrifterkennung startet der Echo die App automatisch. Somit muss man sich nicht erst mühsam durch das Menü hangeln.

Aber auch von der Stil-Seite und Ergonomie her gibt es Unterschiede. Wirkt der Pulse eher als pragmatisches Schüler-/Studentenwerkzeug, präsentiert sich der Echo auch elegant im Geschäftsfeld. Der Pulse macht einen soliden, robusten Eindruck. Man kann nicht lügen, dass der Umfang zu Beginn zu einem etwas ungewohnten Schreiben führt. Trotzdem hat man sich schnell daran gewöhnt. Ein riesen Nachteil der komplett runden Form ist, dass der Pulse äußerst gerne vom Tisch rollt!


Der Echo ist in elegantem Klavierlack gehalten und von der Ergonomie rundum erneuert worden. Das Handteil besteht aus robustem, satiniertem, harten Gummi und ist wesentlich schlanker und angenehmer zu fassen als beim Pulse. Angenehmer wird das Schreibgefühl auch dadurch, dass der Stift insgesamt leichter ist und das Gewicht leicht nach hinten fällt. So sitzt der Stift schön zwischen Daumen und Zeigefinger. Auch rollt der Echo durch seine leicht ovale Form am Hinterteil nicht mehr einfach vom Tisch.

Ein entscheidendes Fazit kann und möchte ich an dieser Stelle nicht geben. Ich habe mit beiden Smartpens gearbeitet. Da beide Stifte wunderbar den Kern der Anforderungen (Schreiben und Audioaufzeichnung) erfüllen, muss man für sich selber abschätzen ob man für die genannten technischen Finessen etwas mehr Geld ausgeben möchte.

Beide Varianten inklusive allen Zubehörs gibt es bei dem Bildungsshop 1edu.de zu erstehen.